Südkurier, 16.01.2010

Hier beginnen ganz große Karrieren

Foto: Zieger

Hier hat eine große Karriere begonnen. Eine sehr große: Die Rock-Band Reamonn hatte in diesem Irish Pub ihren Ursprung. Heute sind Sänger Rea Garvey und seine Mitstreiter auf den großen Bühnen der Welt zu Hause. Garvey, selbst Südire, fand im Shamrock ein Stück Heimat. Hier treffen sich Englischsprechende gerne, gucken die Fußballbegeisterten ihren Lieblingsmannschaften beim Live-Spiel zu oder das zumeist jüngere Publikum nimmt es als Ort zum Austausch. In diesem Irish Pub gibt es aber mehr als nur Plausch und Getränke: auch gutes Essen.

Für Rea Garvey, Sänger von Reamonn, war das Shamrock stets ein wichtiges Ziel. In diesem Irish Pub sang er, dort trommelte er seine spätere Band zusammen. Mit dem Lied „Supergirl" schaffte sie den Durchbruch und heute ist sie aus der Rock-Szene nicht mehr wegzudenken.

Aber auch das Shamrock ist nicht mehr wegzudenken - aus der Konstanzer Gastronomieszene. Die Gaststätte ist wichtiger Treffpunkt für so viele in der Stadt, nicht nur, um gemeinsam den Sport im Fernseh zu verfolgen. Im Wechsel bietet das Wirtshaus Bingo- und Quizabende an, und Live-Musik, wie sie einst Rea Garvey mitbrachte, darf ebenfalls nicht auf dem Programm fehlen: Am 30. Januar spielt „In Between", am 27. Februar „Schwester Gaby".

Die Speisekarte befriedigt aber nicht nur den Gast, der den Happen für zwischendurch sucht. Sie hat einiges mehr zu bieten. Zum Beispiel „Irish Stew" (8,50 Euro). Dabei handelt es sich um einen Lammeintopf, garniert mit Karotten, Lauch, Sellerie und Thymian. Als weitere Zutat liegt das Kartoffelpüree am Rande des Tellers. Das Gericht schmeckt ungewohnt. Klar, das Fleisch hat typischerweise seine ganz eigene Note. Der intensive Sellerie und das Lauch laufen ihm zwar nicht den Rang ab, lassen das Lamm aber nicht als die einzig geschmacklich intensive Komponente dominieren. Eine interessante Zubereitung, aber sehr zu empfehlen. Wer sein Püree allerdings lieber etwas fester mag und nicht so breiig, dass es schier in der Sauce aufgeht, wird weniger Freude bei diesem Gericht haben; was aber keine Aussage über die Qualität sein soll, denn es schmeckt eindeutig nach Kartoffel und vor allem scheint es selbst zubereitet zu sein.

Wundern darf sich der Gast nicht, wenn die fixe Bedienung vor dem Servieren der Menüs Löffel auf den Tisch legt, obwohl er diese als Besteck nicht erwartet hatte. Beim Lammeintopf mag das noch nachvollziehbar sein. Allerdings mutet es seltsam an, wenn gleich ein Rindfleischsteak mit Gemüse (8,50 Euro) kommen soll. Der Ire scheint es beim Dinieren wohl bequemer zu mögen und wünscht seine Mahlzeiten so portioniert, dass er sie ohne Umstände mit dem Löffel verzehren kann. Das Rindfleischsteak entpuppt sich im Shamrock - zu Deutsch Kleeblatt - als Rindfleischgeschnetzeltes. Dieses schwimmt in einer herrlichen Guinness-Sauce, die vor allem im Abgang ihre malzige Note entfaltet. Allein schon wegen ihr lohnt sich dieses Menü. Wie gut ist da doch der Löffel: So lässt sich auch noch der letzte Tropfen Sauce vom Teller nehmen. Am Fleisch gibt es nichts auszusetzen. Es ist genau richtig, nicht zu weich, nicht zu hart, wie auch das Gemüse. Einziges Manko ist auch hier der sehr dünne Kartoffelbrei. Zu beiden Gerichten reicht das Shamrock gemischte Salate. Diese sind frisch, die Sauce kann geschmacklich aber nicht überzeugen. Ihr fehlt es an einer eindeutigen Note.

Lediglich eine Nachspeise hat das Irish Pub auf der Karte stehen: Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahne (3,20 Euro). Ein Wiener würde diesen verschmähen. Hierbei handelt es sich um einen Apfelkuchen mit Streusel. Von Strudelteig weit und breit keine Spur. Das ist ja fast so, als ob man ein Altbier als Guinness verkaufte.

Text und Foto: Philipp Zieger

Shamrock, Irish Pub, Bahnhofstraße 4, montags bis donnerstags von 17 bis 1 Uhr, freitags von 16 bis 2 Uhr, samstags von 14 bis 3 Uhr, sonntags von 15 bis 1 Uhr, Telefonnummer 07531/2 46 22.

 



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Mai 1, 2017
Kategorie: General
Erstellt von: Natali

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